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Neuer Wall 72 — Hamburg

Projekt: 000375 NWD
Standort: Hamburg, Neuer Wall 72
BGF: 800 m²
Leistungen: Tragwerksplanung LPH1–4; Beratungsleistungen
Architekt: Frank Wiebusch
Tragwerksplaner: CN Europlan GmbH

Campbell Optiker — seit 1816 in Hamburg ansässig — richtete seine Verkaufsräume im Paulsenhaus am Neuer Wall 72 ein und belegt dabei das Erdgeschoss und das Kellergeschoss des Gebäudes in Hamburgs exklusivster Einkaufsstraße. Der Ausbau erforderte eine vertikale Verbindung zwischen den beiden Ebenen: Im Kellergeschoss befinden sich die betrieblichen Hinterhausbereiche (Büro, Werkstatt, Lager), im Erdgeschoss die Verkaufsfläche und die Refraktionsräume. Die Verbindung wurde über eine neue vorgefertigte Spindeltreppe Dolle Calgary hergestellt, die durch einen neuen kreisförmigen Durchbruch in der historischen Stahlbetondecke zwischen den Geschossen geführt wird.

Dieser einzelne Durchbruch löste eine vollständige tragwerkliche Nachrechnung der gesamten Deckenfläche aus — nicht nur des Bereichs um den Schnitt. Die Stahlbetondecke lagert auf zwei konstruktiv unterschiedlichen Auflagern: auf der Nordseite auf einer Mauerwerkswand, auf der Südseite auf einem Bestandsstahlträger. Beide Lagerbedingungen mussten unabhängig voneinander unter der durch die Deckenöffnung neu verteilten Last nachgerechnet werden. Zusätzlich wurde die Standsicherheit der Außenwand im Rahmen des Leistungsumfangs nachgerechnet.

CN Europlan erbrachte die Tragwerksplanung LPH1–4 zusammen mit Beratungsleistungen. Ein Durchbruch in einer historischen Decke verteilt die Lasten über das gesamte Lagerungssystem neu — eine isolierte Betrachtung des Schnitts hätte die vollständigen tragwerklichen Konsequenzen einer Änderung an einer Decke mit zwei unabhängigen und grundlegend verschiedenen Lagerbedingungen verfehlt.

Kernaussagen

  • Ein Treppenöffnung löste eine vollständige Deckennachrechnung aus: Die Installation der Spindeltreppe Dolle Calgary erforderte einen kreisförmigen Schnitt durch die historische Stahlbetondecke. Die Lastumverteilung über die gesamte Deckenfläche — nicht nur die Schnittzone — machte eine vollständige Nachrechnung der Decke erforderlich.
  • Zwei konstruktiv unabhängige Lagerbedingungen auf einer Decke: Die Nordseite lagert auf Mauerwerk, die Südseite auf einem Bestandsstahlträger — zwei Systeme mit unterschiedlicher Steifigkeit und unterschiedlichem Lastabtragungsverhalten, die jeweils unabhängig unter dem geänderten Lastzustand nachgerechnet werden mussten.
  • Standsicherheit der Außenwand nachgerechnet, nicht vorausgesetzt: Der Leistungsumfang erstreckte sich auf den Nachweis der Standsicherheit der Außenwand, um sicherzustellen, dass der Deckenöffnung keine Konsequenzen für die tragenden Elemente jenseits der Decke selbst hat.