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Industriestandortkonsolidierung und -reorganisation — Raunheim (Honeywell)

Projekt: 21-61 HON

Standort: Raunheim

BGF: 12.000 m²

Leistungen: Tragwerksplanung LP1–LP4, Abbruchkonzepte

Architekt & Tragwerksplaner: Blue Projects

Eine Industrieanlage in Raunheim wurde im Rahmen eines Standortkonsolidierungsprogramms umfassend tragwerksplanerisch bewertet und reorganisiert. Die vorhandenen Bauwerke — eine Kombination aus Stahlbeton- und Stahlrahmenkonstruktionen — wurden unter den Lasten neuer und ersetzter Industrieanlagen nachgerechnet. Wo die Bestandskonstruktion unzureichend oder mit dem neuen Anlagenlayout unvereinbar war, wurden neue Unterkonstruktionen entworfen, die zwischen Alt und Neu vermitteln.

Das Projekt erforderte darüber hinaus die Entwicklung von Abbruchkonzepten für Konstruktionen und Bauteile, die vom Standort entfernt werden sollten. Industrieller Abbruch unterscheidet sich strukturell vom Neubau: Die Reihenfolge, in der Spannbeton- und Stahlbauteile getrennt werden, bestimmt unmittelbar den Kräftezustand der verbleibenden Konstruktion. Eine fehlerhafte Abfolge kann zum Progressivversagen führen. CN Europlan erstellte Abbruchkonzepte, die die strukturelle Grundlage für einen sicheren Rückbau festlegten, zusammen mit Vorgaben für den ordnungsgemäßen Umgang mit Abbruchmaterial.

Die Tragwerksplanung wurde von der Grundlagenermittlung bis zum Entwurf (LP1–LP4) erbracht und lieferte dem Auftraggeber eine vollständige Planungsgrundlage vor der Einbindung von Ausführenden.

Kernaussagen

  • Lastnachrechnung vorhandener Konstruktion unter neuen Industrielasten: Vor dem Einbau neuer Anlagen muss die Bestandskonstruktion unter dem neuen Lastfall nachgewiesen werden. Dies ist keine Routineprüfung — Industrielasten unterscheiden sich von Gebäudelasten in Verteilung, Dynamik und Einspannbedingungen. Unterkonstruktionsplanung für Anlagenträger: Neue Anlagen können nicht immer ohne Anpassung an die Bestandskonstruktion montiert werden. CN Europlan entwarf die vermittelnden Stahl- und Stahlbeton-Unterkonstruktionen, die Anlagenlasten in das vorhandene Tragwerk einleiten — das Detail, das darüber entscheidet, ob die Inbetriebnahme termingerecht gelingt. Abbruchreihenfolge als Ingenieursaufgabe: Abbruchkonzepte für Konstruktionen mit Spannbetonelementen erfordern vollständige Tragwerksingenieurleistung — die Kraftfreisetzungsfolge muss berechnet, nicht angenommen werden. Grundlagenermittlung bis Entwurf (LP1–LP4): Die Lieferung bis LP4 gibt dem Auftraggeber eine vollständig koordinierte Tragwerksplanungsgrundlage für die Kostenkalkulation der Auftragnehmer — und reduziert die Abweichung zwischen Schätzung und Endkosten.