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Machbarkeitsstudie Dachaufstockung — Hamburg, Parkallee

Projekt: 22-70 PARK

Standort: Hamburg, Parkallee

BGF: 1.600 m²

Leistungen: Machbarkeitsstudie für geplante Dachaufstockung

Architekt: Konzeptplan GmbH Co. & KG

Tragwerksplaner: CN Europlan GmbH

Ein bestehendes Hamburger Gebäude wurde auf die Tragwerksmachbarkeit einer Aufstockung um zwei weitere Stockwerke untersucht. Die geplante Erweiterung folgt dem Tischprinzip: Die neuen Geschosse werden durch neue Stützen getragen, die außen an der vorhandenen Gebäudefassade herabgeführt werden, die Bestandskonstruktion umgehen und ihre Lasten auf eine neue Tiefgründung ableiten — Mikropfähle, die am Gebäudeumfang eingebracht werden. Die Horizontalstabilität der Aufstockung wird durch neue Aufzugsschachtkerne gewährleistet.

Dieser Ansatz ist strukturell bewusst gewählt: Indem die neuen Stützenlasten auf neue Mikropfahlgründungen statt durch die Bestandskonstruktion geführt werden, entfällt die Notwendigkeit, den gesamten vertikalen Lastpfad des bestehenden Gebäudes nachzuweisen — und gegebenenfalls zu ertüchtigen. Das vorhandene Tragwerk erhält keine zusätzlichen Lasten aus der Aufstockung.

Die Machbarkeitsstudie beurteilte die strukturelle Machbarkeit dieses Ansatzes, die Gründungsbedingungen für Mikropfähle am Gebäudeumfang, die Horizontalstabilität der neuen Kerne und die Ausführbarkeit der Stützeninstallation neben dem genutzten Bestandsgebäude.

Kernaussagen

  • Tischkonstruktion als strukturelle Umgehungsstrategie: Die Ableitung der neuen Lasten auf neue Gründungen — statt durch die Bestandskonstruktion — ist ein grundlegend anderer Ansatz als eine konventionelle Dachaufstockung. Er eliminiert die Notwendigkeit, das gesamte bestehende Gebäude zu überprüfen und möglicherweise zu ertüchtigen, und reduziert damit Umfang und Kosten der Machbarkeitsstudie sowie der Aufstockungsmaßnahme erheblich.
  • Mikropfahlgründung am genutzten Gebäudeumfang: Mikropfähle können mit begrenzter Raumhöhe und eingeschränktem Zugang hergestellt werden — Bedingungen, die für ein genutztes urbanes Gebäude typisch sind. Die Machbarkeitsstudie beurteilte, ob Standortgeometrie und Baugrundverhältnisse eine Mikropfahlherstellung an den erforderlichen Stützenstandorten erlauben.
  • Aufzugsschachtkerne als alleiniges Stabilitätssystem: Die Konzentration der Horizontalstabilität in neuen Kernen — statt Rückgriff auf das Bestandsgebäude — gibt der Aufstockung ein eigenständiges Tragwerksystem, das nicht von der Steifigkeit oder dem Zustand der Bestandskonstruktion abhängt.
  • Dichtegewinn ohne vollständige Tragwerksbewertung: Der Tischkonstruktionsansatz ermöglicht dem Auftraggeber, zwei Geschosse hinzuzufügen, ohne die Kosten und den Zeitaufwand einer vollständigen Bestandsgebäude-Tragwerksprüfung und eines Ertüchtigungsprogramms.