Elbchaussee 462 — Hamburg-Blankenese





Projekt: 000278 ELB462
Standort: Hamburg-Blankenese, Elbchaussee 462
BGF: ca. 790 m² (oberirdisch, gemessen aus der Genehmigungsplanung)
Leistungen: Tragwerksplanung LP1–LP6; Bauphysik (Wärmeschutznachweis nach GEG, Schallschutznachweis nach DIN 4109 / DIN 18005-1)
Bauherr: KS Terralux GmbH
Architekt: Jung Bauatelier GmbH
Tragwerksplaner: CN Europlan GmbH
Diese Stadtvilla in Hamburg-Blankenese umfasst vier Wohneinheiten sowie eine Einliegerwohnung und wurde in Massivbauweise mit KS-Mauerwerks- und Stahlbetonwänden sowie Stahlbetondecken errichtet. Das Gebäude staffelt sich aus einem Kellergeschoss mit Tiefgarage, einem Erdgeschoss, einem Obergeschoss und einem Dachgeschoss mit Galerieebene. Das Kellergeschoss ist als bewohnte Weiße Wanne ausgeführt — eine wasserdichte Stahlbetonkonstruktion, die nach dem Standard für genutzten Wohnraum geplant wird, statt nach dem geringeren Anspruch einer reinen Tiefgarage, was die Anforderungen an Fugendetails, Rissbreitenbegrenzung und Abdichtung über die gesamte Fläche erhöht. Die Tiefgaragenrampe verläuft in einer verschwenkten Linienführung, was das ansonsten standardmäßige Abdichtungsdetail am Durchdringungspunkt der Sohlplatte verkompliziert. Das Dach ist eine Hybridkonstruktion aus Stahl und Holz unter einem Walmdach, ausgesteift über eine ringförmige Stahlkonstruktion mit Diagonalen aus Stahlprofilen an den Eckpfetten; die Außenwände sind 17,5 cm KS-Mauerwerk mit Wärmedämmung und Mauerwerksriemchen, gegründet auf einer gebetteten Sohlplatte.
CN Europlan erbrachte die vollständige Tragwerksplanung von der Konzeptphase bis zur Ausführungsplanung (LP1–LP6) zusammen mit den bauphysikalischen Nachweisen für Wärme- und Schallschutz. Ein einziges Team, das das Projekt über alle Planungsphasen hinweg begleitet, löste die Abdichtungsstrategie der bewohnten Wanne, die Geometrie der verschwenkten Rampe und die Schnittstelle der Stahl-Holz-Dachkonstruktion mit Kontinuität über den gesamten Planungsprozess, statt diese Details zwischen getrennten Entwurfs- und Ausführungsphasen zu übergeben.
Kernaussagen
- Bewohnte Weiße Wanne statt Tiefgaragenkeller: Eine wasserdichte Kellerkonstruktion für genutzten Wohnraum statt für eine Garage zu planen, erhöht die Anforderungen an Fugendetails und Rissbreitenbegrenzung, da jedes Abdichtungsversäumnis als Mangel im fertigen Wohnraum auftritt, nicht in einer Nutzfläche.
- Verschwenkte Rampengeometrie: Eine nicht-rechtwinklige Linienführung der Tiefgaragenrampe bedeutet, dass das Abdichtungsdetail am Durchdringungspunkt der Sohlplatte keiner rechtwinkligen Standardvorlage folgen kann und individuell gelöst werden muss.
- Stahlringaussteifung für ein Hybriddach: Eine ringförmige Stahlkonstruktion mit Diagonalverstrebung trägt die horizontale Stabilität eines Dachs, das Stahl- und Holzelemente kombiniert — zwei Systeme mit unterschiedlicher Steifigkeit, die als eine gemeinsame Aussteifungslösung funktionieren müssen.
- Durchgängige LP1–LP6-Leistung aus einer Hand: Die Kontinuität eines Teams von der Konzeptphase bis zur Ausführungsplanung vermied das Risiko, Keller- und Dachdetails zwischen getrennten Planungsphasen neu interpretieren zu müssen.