Umnutzung eines Industriehallenkomplexes und Neubau eines Bürogebäudes — Euskirchen (Procter & Gamble)











Projekt: 21-64 PGE | Standort: Euskirchen, Procter-&-Gamble-Strasse | BGF: 55.000 m² Leistungen: Tragwerksplanung LP2–LP6, Bauphysik einschließlich Thermalsimulation Architekt & Tragwerksplaner: Blue Projects
Auf einem großen Logistik- und Produktionscampus in Euskirchen erforderte die Umverteilung von Aerosol- und Druckverpackungsoperationen zwischen zwei Lagerhallen (WH13 und WH14) sowohl die Nachrechnung vorhandener Hallenabschnitte als auch die Planung eines neuen Customization Centers innerhalb von WH14. Gleichzeitig war im südlichen Bereich des Geländes ein neues Bürogebäude geplant.
Der Hallenkomplex ist eine Rahmenkonstruktion von ca. 350 m × 160 m Grundfläche bei einer Höhe von rund 15 m — eine Gesamtgrundfläche von annähernd 56.000 m². Der Stahlrahmen wurde für die neuen Betriebslasten nachgerechnet, einschließlich Erdbebennachweis. Brandwände in Hallenhöhe unterteilen den Grundriss in Sektoren und stellen eigene tragwerksplanerische Anforderungen. Die vorhandene Fundamentplatte wurde auf Verträglichkeit mit dem neuen Bürogebäude untersucht, das unmittelbar auf der Bestandsplatte gegründet wird.
Neue Unterkonstruktionen in Stahl und Stahlbeton wurden für eingehende Industrieanlagen und Betriebseinrichtungen geplant. Bauphysikalische Arbeiten — einschließlich Thermalsimulation — adressierten die veränderten Hüllflächenanforderungen infolge der Umnutzung. Die Fassadenplanung war im Leistungsumfang enthalten.
CN Europlan erbrachte die vollständige Tragwerksplanung von LP2 bis LP6 sowie den bauphysikalischen Leistungsumfang.
Kernaussagen
- Lastnachrechnung eines 56.000 m² Industrierahmens: Die Umnutzung einer Halle dieses Maßstabs erfordert eine vollständige Tragwerksbewertung unter dem neuen Betriebslastfall. Ausgangspunkt ist die Originaldokumentation — die bei Industriebauten der 1980er und 1990er Jahre häufig unvollständig oder nicht vorhanden ist.
- Erdbebenbemessung im Industriemaßstab: Der Erdbebennachweis eines großen, hochlagigen Rahmenbauwerks ist keine Routineberechnung. Die Masse, Steifigkeitsverteilung und unregelmäßige Grundrissgeometrie eines 350 × 160 m Hallenkomplexes erfordern eine vollständige dynamische Analyse.
- Neues Bürogebäude auf vorhandener Industriefundamentplatte: Die Gründung eines neuen Stahlbeton-Bürogebäudes unmittelbar auf einer vorhandenen Industrieflachgründung eliminiert Pfahlarbeiten, erfordert aber den Nachweis ausreichender Restkapazität der Bestandsgründung unter den überlagerten Bürolasten.
- Bauphysik integriert mit Tragwerksplanung: Thermalsimulation und Fassadenplanung wurden im selben Leistungsumfang wie die Tragwerksplanung erbracht — die Koordinationslücke, die bei separater Vergabe dieser Disziplinen entsteht, wurde eliminiert.