Vollautomatisiertes Hochregallager mit Bürogebäude — Freilassing (Hawle)







Projekt: DE22-090 HHF
Standort: Freilassing, Liegnitzer Strasse
BGF: 7.800 m²
Leistungen: Tragwerksplanung LP5 (Ausführungsplanung)
Architekt: Martin Schinagl
Tragwerksplaner: concon – construction consulting
Ausführung: Max Aicher Bau GmbH & Co. KG
Ein neues, vollautomatisiertes Hochregallager für Hawle — einen Hersteller von Rohrleitungsarmaturen — wurde als Stahlrahmenkonstruktion mit einem Grundriss von ca. 74 m × 40 m konzipiert. Der Hochregallagerbereich erstreckt sich ca. 9 m unterhalb des Fertigfußbodens und ragt ca. 25 m über Gelände, mit einer Gesamtlichtweite von ca. 34 m. Ein integriertes Bürogebäude — Keller und zwei Obergeschosse — belegt ein Ende des Komplexes, gemeinsam mit dem Lager auf einer durchgehenden Flachgründungsplatte gegründet.
Das Lager ist auf ein automatisiertes Regalbediengerätesystem ausgelegt. Die Schieneninfrastruktur der Automatisierungstechnik ist in die Gründungsplatte eingebettet — dies ist die tragende strukturelle Herausforderung des Projekts. Schienenlagen, Höhen und Einspannbedingungen müssen dreidimensional in den Bewehrungsplänen gelöst sein, bevor Beton eingebaut wird. Lagerfehler bei der Schieneneinbettung nach dem Betonieren können nicht ohne Abbruch korrigiert werden.
Das Bürogebäude nutzt ein Flachdeckensystem mit stark bewehrten Unterzügen, um die für offene Bürogrundrisse erforderliche Spannweitenflexibilität zu erreichen. Diese Träger weisen hohe Bewehrungsdichten auf; ihre Ausführungsgeometrie wurde dreidimensional verifiziert, um die bauliche Ausführbarkeit der Bewehrungsanordnung zu bestätigen — Bewehrungsengstellen an Träger-Stützen-Knoten bei stark bewehrten Trägern sind eine routinemäßige Ursache für baustellenseitige Substitutionsanfragen, wenn sie in LP5 nicht adressiert werden.
Kernaussagen
- 3D-Bewehrungsdokumentation mit eingebetteten Schienensystemen: Die Schieneninfrastruktur des automatisierten Lagers ist ein Präzisionssystem. Ihre strukturelle Einbettung — Ankerpositionen, Grundplattenhöhen, Plattenbewehrung um eingebettete Elemente — muss in LP5 dreidimensional dokumentiert und vor dem Betonieren verifiziert werden. CN Europlan erstellte die 3D-Bewehrungsdokumentation, die es dem Auftragnehmer ermöglichte, Schieneneinbettungskomponenten auf die vom Automatisierungssystemhersteller geforderten Toleranzen zu platzieren.
- Stark bewehrte Büroträger auf Ausführbarkeit verifiziert: Hochmomentige Unterzüge im Bürogebäude wurden in LP5 dreidimensional modelliert, um die physische Ausführbarkeit der geplanten Bewehrungsanordnung zu bestätigen. Dieser Schritt — bei Routine-LP5-Projekten selten durchgeführt — verhindert die engstellenbedingten Baustellensubstitutionen, die die Tragwerksleistung kompromittieren und Gewährleistungen entwerten.
- Hochregallager als kombinierter Konstruktionstyp: Die 34 m Gesamthöhe des Lagerbereichs (9 m unter Gelände + 25 m über Gelände) macht das Bauwerk gleichzeitig zu einem tiefen Keller und einem hohen Rahmen — zwei Tragwerksplanungsaufgaben, die in LP5 als ein integriertes System gelöst werden müssen.
- Gemeinsame Flachgründung für Lager und Büro: Die Gründung beider Bauwerke auf einer durchgehenden Platte eliminiert Setzungsunterschiede an der Lager-Büro-Schnittstelle — ein kritischer Übergang in einem automatisierten System, bei dem Differenzbewegungen der Schieneninfrastruktur den Anlagenbetrieb direkt beeinflussen.